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[106] Du verdienst zu wenig – auch wenn Du glaubst, dass es reicht

Du verdienst zu wenig – auch wenn Du glaubst, dass es reicht

Lesezeit ca. 7 Min.

Als Inhaber einer kleinen Praxis, egal ob als Einzelkämpfer oder mit 1, 2 angestellten Ärzten kann man natürlich davon leben, aber im Grunde steht das Praxisergebnis in keiner Relation zum Stress, der Verantwortung und der langen Ausbildung.

Die Humanmedizinische Durchschnittspraxis macht mit 2 Behandlern aktuell etwa 800′ € Umsatz, und rund 300‘ € Gewinn.

300‘ € Gewinn klingt auf den ersten Blick ja eigentlich ganz gut.

Dummerweise gehen davon jetzt aber noch

  • ca. 110.000 € für die Steuer,
  • im Mittel 45.000 € für die Tilgung des Praxisdarlehens und
  • etwa 50.000 € für die Ärzteversorgung ab.

Zu gut Deutsch: Am Ende bleiben netto, sage und schreibe, etwa 95.000 € übrig.

Ja, natürlich kann man davon leben. Aber wenn Du davon eine vierköpfige Familie ernährst und vielleicht noch ein Haus finanzierst, dann bleibt doch am Ende in Wahrheit eigentlich nicht wirklich was übrig.

Die unbequeme Wahrheit: Reicht Dein Einkommen wirklich für die Zukunft?

Da drängt sich doch gleich die nächste Frage auf: Wovon willst Du denn eigentlich im Alter leben, wenn du doch gar nicht genug verdienst, um nennenswerte Rücklagen zu schaffen?

Etwa von dem, was Du später vielleicht mal vom Versorgungswerk bekommst?

Oder von dem, was die Inflation von Deiner Lebensversicherung übriglässt?

Und um gar nicht so weit in die Zukunft zu gehen: Was ist denn eigentlich, wenn Du durch Unfall oder Krankheit für ein halbes Jahr in der Praxis ausfällst?

Klar, Dein angestellter Kollege hält die Fahne hoch – aber der macht doch nur einen Bruchteil des Praxisumsatzes. Somit schlägt Dein fehlender Umsatz sofort 1:1 auf den Gewinn durch. Und davon gibt es am Ende des Jahres in Wahrheit keinen mehr.

Wie hoch sind Deine Rücklagen in der Praxis, um das aufzufangen? Ach ja, da gibt’s ja in Wahrheit gar keine – zumindest keine nennenswerten.

Warum viele Praxisinhaber ihre wirtschaftliche Situation falsch einschätzen

Sorry, ich will keine schlechte Stimmung verbreiten, aber ich würde Dich gerne wachrütteln:

Auch wenn derzeit eigentlich alles ganz gut aussieht: Die Wahrheit ist, dass viele Praxen wirtschaftlich deutlich fragiler sind, als ihre Inhaber glauben.

Denn wenn wir ehrlich sind, müssen doch ganz klar feststellen: Du verdienst viel zu wenig und Deine Praxis steht auf tönernen Füßen.

Wenn Dich interessiert, wie Du das, gerade jetzt, signifikant ändern kannst, dann ist dieser Blogbeitrag genau richtig für dich.

Mehr Ertrag und mehr Sicherheit: Die zwei entscheidenden Hebel

Den Ertrag und die Sicherheit Deiner Praxis zu erhöhen ist im Grunde ganz einfach, denn es sind eigentlich nur 2 Dinge, die Du ändern musst:

Um mehr Sicherheit in Dein Unternehmen Arztpraxis zu bekommen, musst Du es auf mehr Beine stellen. Sprich: Du brauchst weitere Ärzte, die für regelmäßigen Umsatz und zusätzlichen Ertrag sorgen.

Und außerdem brauchst Du ein System, mit dem Du eben diese angestellten Ärzte führen und deren Wirtschaftlichkeit sicherstellen kannst.

An dieser Stelle höre ich oft: „Wolfgang, ich will gar keine große Praxis.“

Das verstehe ich.

Warum eine größere Praxis nicht automatisch mehr Stress bedeutet

Die Frage ist nur: Willst Du wirklich eine große Praxis vermeiden?

Oder möchtest Du eigentlich nur die Probleme vermeiden, die Du mit größeren Praxen verbindest?

Denn das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Eine größere Praxis bedeutet nicht automatisch mehr Stress.

Im Gegenteil: Richtig geführt bedeutet sie oft mehr Sicherheit, mehr Freiheit und deutlich mehr wirtschaftliche Stabilität.

Das klingt jetzt wahrscheinlich auch alles viel komplizierter als es in Wahrheit ist, denn dazu sind gerade mal 3 Entwicklungsschritte notwendig:

Schritt 1: Die Ertragskraft Deiner Arztpraxis systematisch steigern

Kennzahlenmanagement als Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg

Dazu benötigst Du ein zentrales Hilfsmittel, nämlich ein ausgefuchstes Kennzahlenmanagement.

Der einfachste Weg dazu führt über einen Online-Workshop bei meinem Kollegen Alex Graf, der Dir in einem ca. 2 stündigen Termin nicht nur unser Kennzahlenmanagement-Template erklärt und individualisiert, sondern auch genau erklärt, wie Du es einsetzen musst.

Die anschließende Arbeit mit dem Kennzahlenmanagement in Deiner Praxis lässt Dich sehr schnell erkennen, wo die Hebel sind, mit deren Hilfe Du sowohl Deinen Umsatz als auch den Deiner angestellten Ärzte signifikant verbessern kannst.

Erfahrungsgemäß führt das in überschaubarer Zeit zu einem Mehrerlös von 50‘-100.000 € pro Behandler.

Schritt 2: Finanzielle Stabilität durch konsequenten Rücklagenaufbau

Den so gewonnenen Zusatzgewinn parke bitte komplett in den Praxisrücklagen.

Am besten schaffst Du Dir ein Tagesgeldkonto an, auf das Du konsequent jeden Monat die Zusatzerlöse, die Du ja ganz einfach aus dem Kennzahlenmanagement ablesen kannst, überweist.

Schritt 3: Praxis erweitern und zusätzliche Sitze erwerben

Warum der Markt aktuell außergewöhnliche Chancen bietet

Das war noch nie so einfach und wahrscheinlich auch noch nie so billig wie heute, denn rund ein Drittel der Praxisinhaber ist aktuell über 60 Jahre alt, 13% sogar über 65 Jahre.

Das bedeutet, dass wir von Jahr zu Jahr ein immer größeres Überangebot an Sitzen haben, was man schon heute deutlich spürt.

Es redet nur keiner öffentlich darüber, denn sowohl für Praxis- und Finanzierungsvermittler, als auch für die Banken, ist ein höherer Preis natürlich ein einträglicheres Geschäft.

Die Leidtragenden sind die niederlassungswilligen Kollegen, die viel zu viel Geld bezahlen und die abgebenden Kollegen, die Ihre Sitze nicht loswerden, weil sie völlig absurde Preisforderungen stellen.

Zu denen hat Ihnen meist der Steuerberater, nach einer komplett überflüssigen Praxisbewertung geraten.

Bereits Anfang 2023 hatte eine großangelegte Studie der Medizinischen Hochschule Hannover unter Leitung von Prof. Thomas Sander belegt, dass die Differenzen in den Wertermittlungen durch amtlich vereidigte Sachverständige schnell mehrere 100 Prozent betragen können und somit schlicht wertlos sind.

Am Ende gilt immer: Die Praxis ist genau das wert, was ein Käufer dafür bereit ist zu bezahlen.

Und da es immer weniger niederlassungswillige Ärzte und somit immer weniger Kaufinteressenten gibt, befinden sich die Preise auf Sinkflug.

Praxisfinanzierung: Was Banken heute wirklich sehen wollen

Ein Wort noch zur Finanzierung der Praxiserweiterung: Deine Niederlassung hat Dir die Bank höchstwahrscheinlich zu 100% finanziert.

Wenn Du nun ein paar Jahre später wieder kommst um eine Praxiserweiterung durch Zukauf von Sitzen und damit meist auch verbunden, einem Umzug in größere Räume, finanzieren willst, will die Bank natürlich auch sehen, dass Du Dein Geschäft wirtschaftlich beherrscht. Denn ein wenig ertragreiches Geschäft zu vergrößern, macht es nicht ertragreicher, sondern nur risikoreicher.

An dieser Stelle erkennst Du spätestens die Bedeutung des ersten Punktes, mit Hilfe von Kennzahlenmanagement eine deutlich über dem Durchschnitt liegende Ertragskraft der Praxis zu erreichen.

Und Du erkennst die Bedeutung des zweiten Punktes, der Rücklagenbildung.

Denn ein entscheidendes Kriterium bei der Kreditvergabe bleibt nach wie vor die Eigenkapitalquote. Banken erwarten in der Regel mindestens 15 bis 20 % Eigenkapital, gemessen am Gesamtinvestitionsvolumen.

Bei besonders guter Bonität und umfangreichen Sicherheiten können auch Finanzierungen mit geringeren Eigenkapitalquoten realisiert werden. Dann allerdings zu weniger günstigen Konditionen.

Langer Rede, kurzer Sinn: Wer gut verdient und entsprechend viel Geld beiseitelegt, dem steht gerade heute, dank seiner guten Liquidität jede Möglichkeit offen.

Altersvorsorge für Ärzte: Der oft übersehene Vorteil größerer Praxen

Ach, und noch was: Wir hatten bisher ja nur von der besseren Ertragskraft und der deutlich höheren Sicherheit durch eine größere Praxis geredet.

Lass mich zum Schluss noch kurz einen weiteren Punkt hinzufügen, auch wenn der heute für Dich noch in weiter Ferne liegt: Die durch eine solche Praxis entstehende signifikant bessere Altersversorgung.

Nein, nein, nicht will man dafür mehr Geld im Veräußerungsfall erhalten würde. Bis Du in Rente gehst, gibt es wahrscheinlich gar kein Geld mehr für Praxen.

Sondern weil Dir eine Praxis mit 5 bis 7 Behandlern eine exzellente Möglichkeit bietet, diese in ein Steuerparadies mit lebenslanger, ausreichend hoher Rentenzahlung zu verwandeln.

Aber das ist nochmal ein ganz anderes Thema.

Fazit: Die größte Gefahr ist die Illusion wirtschaftlicher Sicherheit

Was Du aus dieser Folge mitnehmen solltest:

Die größte Gefahr für viele Praxisinhaber ist nicht wirtschaftlicher Misserfolg.

Die größte Gefahr ist die Illusion, erfolgreich zu sein.

Solange genug Geld auf dem Konto ist, die Praxis läuft und der Kalender voll ist, fühlt sich alles richtig an.

Aber echte unternehmerische Sicherheit entsteht erst dann, wenn Du:

  • dauerhaft hohe Erträge erzielst,
  • Rücklagen aufbaust
  • und Dein Einkommen nicht mehr ausschließlich von Deiner eigenen Arbeitsleistung abhängt.

Genau deshalb ist Wachstum für viele Praxen kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.

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